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Kopfkino: Django Unchained

Django_teaser

Ab dem 17. Januar läuft Django Unchained von Quentin Tarantino im Kino. Wir haben ihn gesehen.

Etienne meint:
“Django Unchained” also. Nachdem Tarantino seit jeher eigentlich Anspielungen auf Spaghettiwestern machte und seinem großen Vorbild Sergio Leone (“Spiel mir das Lied vom Tod”) nacheiferte, wagte er sich jetzt endlich selbst an einen Cowboy-Film.

Die Story ist schnell erzählt: Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) befreit Django (Jamie Foxx) aus den Händen fieser Sklavenhändler, damit dieser die von Schultz gesuchten “Brittle Brothers” für ihn identifiziert. Nach kurzer Zeit freundet sich das ungleiche Paar an. Eine Hand wäscht die andere und so kommt es, dass Schultz wiederum dabei hilft Lady Django zu finden und zu befreien, die ein trauriges Dasein auf der Plantage des psychopathischen Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) fristet.

„Django Unchained“ ist ein klasse Film geworden, bei dem man von der ersten bis zur letzten Sekunde die Handschrift von Quentin Tarantino erkennt. Alle typischen Tarantino-Zutaten sind enthalten: Extreme Gewalt, lange und vor allem messerscharfe Dialoge, ein souliger Soundtrack, coole Charaktere und jede Menge Humor. Trotz seiner Länge von fast drei Stunden, habe ich mich bei „Django Unchained“ nicht für eine Sekunde gelangweilt. Im Gegenteil: Das letzte Drittel fühlte sich schon fast gehetzt an.

Trotz des hohen Bodycounts und der schon splatterhaften Gewaltdarstellung (kein CGI-Blut, stattdessen explodieren Menschen teilweise in Blutfontänen), ist „Django Unchained“ der bislang „lustigste“ Tarantino. Der Film nimmt sich selber nicht sonderlich ernst und scheut sich auch nicht davor komplette Slapstick-Szenen einzubauen. Auch hier zollt Tarantino Tribut an klassische Western-Streifen wie Mel Brooks “Blazing Saddles” oder “Support your local Sherrif”. Ebenfalls bemerkenswert war die für Tarantino-Verhältnisse ziemlich geradlinige Erzählstruktur. Zwar gibt es auch bei “Django Unchained” den ein oder anderen Zeitsprung und Rückblick, aber die Story ist nicht sonderlich komplex und wird schon fast auf herkömmliche Art (Anfang, Mittelteil, Showdown) erzählt.

“Django Unchained” ist sicherlich nicht der beste Tarantino, aber fällt auch nicht groß ab von Filmen wie “Inglorious Basterds” oder “Kill Bill”. Einzig seine beiden Erstlingswerke “Reservoir Dogs” und “Pulp Fiction” bleiben nach wie vor unerreicht. Aber was heisst das schon?

Nils meint:
Fast drei Stunden saß ich im Kino und keine Sekunde habe ich mich gelangweilt. Wenn ich jetzt erneut darüber nachdenke, fallen mir als erstes die fantastischen Schauspieler ein. Christoph Waltz als Kopfgeldjäger Dr. King Schultz ist großartig und völlig zu Recht wurde er für seine Rolle bei den Golden Globes als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Leonardo DiCaprio als bösartiger Plantagenbesitzer Calvin Candie ist ebenfalls sensationell gut. Die Konfrontation dieser beiden Charaktere gehört zum Besten was ich seit Langem gesehen habe. Als dritter Nebendarsteller glänzt Samuel L. Jackson als verschlagener Handlanger Stephen. Diese drei kesseln den eigentlichen Hauptdarsteller Jamie Foxx mit ihrer Leistung regelrecht ein und der hat es dann auch nicht leicht sich zu emanzipieren. Dennoch gefällt auch er mir als Django ausgesprochen gut und er wächst im Laufe des Films zusammen mit seinem Charakter. Außerdem hat er als Titelheld natürlich auch die besten Sprüche ins Skript geschrieben bekommen.

Wie von Tarantino gewohnt, geizt er nicht mit übertriebener Gewalt. Da müssen die Körper sterbender Männer auch schon mal als Kugelfang herhalten und ihr Blut spratzt an die Wände, wenn das Blei durch ihre Organe fährt und sie sich mit ihren letzten Atemzügen noch darüber beschweren. Allerdings hat man stets das Gefühl diese Gewalt ist in zwei Arten unterteilt. Nur wer es verdient hat, wird wirklich übertrieben, fast splatterhaft über den Jordan getreten. Die Gewalt an Sklaven wirkt hingegen wesentlich weniger comichaft und dadurch auch viel schmerzhafter. So schafft es Tarantino irgendwie doch einen nicht unangemessenen Ton zu treffen, bei diesem sehr sensiblen Thema der Sklaverei.

Ich könnte jetzt vermutlich noch ewig weiterschreiben, aber dafür gibt es ja unser Almost Daily. Ein kleines Fazit zum Schluss: Geht ins Kino, das Geld dafür ist bestens investiert!

Gadfcjcc

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